Eckdaten

1859
Schlacht von Solferino

1864
Erste Genfer Konvention

1869
Gründung der
Vorläuferorgani-
sation des DRK

1921
Gründung des DRK

1933
Integration in die Reichsgemein-
schaft der freien
Wohlfahrtspflege
Deutschlands

1937
DRK-Gesetz und
endgültiger Verlust
der Eigenständig-
keit

1950
Neugründung
des DRK mit Sitz
in Bonn

1952
Anerkennung
durch das IKRK

1952
Gründung eines
eigenen Roten
Kreuzes in der
DDR

1954
Anerkennung des
DRK der DDR
durch das IKRK

1990
Integration des
DRK der DDR in
das DRK

2001
Umzug nach
Berlin

Mehr zur Geschichte:
www.drk.de
 

Entstehung und Entwicklung der Rotkreuzbewegung

Die Entstehung und Entwicklung der Schwesternschaft ist unlösbar verbunden mit der Geschichte des Roten Kreuzes. Die Grundsätze des Roten Kreuzes haben darin ihren Ursprung.

Entstehung und Entwicklung

Die Gründung des Roten Kreuzes erfolgte auf Initiative des Schweizer Bankiers Jean Henry Dunant (1828 – 1910), der auf einer Italienreise Augenzeuge der Schlacht bei Solferino am 24. Juni 1859 wurde (Sardinisch-Französisch-Österreichischer Krieg). Angesicht des Leidens der 40.000 Gefallenen und Verwundeten organisierte Dunant in aller Eile eine Hilfsaktion durch die umliegende Bevölkerung. Bereits vier Jahre später bildete auf Anregung von Dunant die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft unter der Präsidentschaft von Gustave Moynier 1863 das Fünfer Komitee, welches Richtlinien und Zielsetzungen für die Gründung einer Hilfsorganisation erarbeitete und zur Unterzeichnung der Ersten Genfer Konvention am 22. August 1864 von zwölf Mitgliedsstaaten führte. Die Koordination zwischen den einzelnen Staaten wurde einem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz mit dem Sitz in Genf übertragen; ihr erster Präsident war bis 1910 Gustave Moynier. 1876 benannte sich das Internationale Komitee zur Unterstützung der Verwundeten in Internationales Komitee vom Roten Kreuz um.

Die zwischen 1863 und 1866 gegründeten deutschen Landesgesellschaften schlossen sich 1869 zur Gesamtorganisation der Deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Soldaten zusammen und gründeten 1921 das Deutsche Rote Kreuz.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Führungspositionen des Roten Kreuzes bereits sehr früh von parteitreuen Funktionären durchsetzt. 1933 wurde die neue Reichsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands gegründet. Mitglieder waren neben der NS-Volkswohlfahrt und dem Roten Kreuz der Deutsche Caritasverband und der Centralausschuß für Innere Mission. Mit dem DRK-Gesetz von 1937 wurde die "völlige Neugestaltung des DRK im Geiste nationalsozialistischer Führung" realisiert. Damit verlor das DRK seine letzte Eigenständigkeit und seine Rolle als kriegsnotwendiger Bestandteil des NS-Staates wurde gefestigt. Im Gegenzug erhielt es Privilegien zur Erfüllung seiner militärischen Aufgaben und zur Personalrekrutierung. Im 2. Weltkrieg setzte es etwa 800.000 Ärzte, Krankenschwestern und HelferInnen in der Verwundetenhilfe, der sozialen Betreuung der Truppen und der Gefangenen sowie der Hilfeleistung für die vom Kriegsgeschehen betroffene Zivilbevölkerung ein.

Bei Kriegsende 1945 wurde das DRK von den Alliierten sowohl in der Sowjetzone, als auch in der westlichen Besatzungszone aufgelöst. Erst 1950 konnte das DRK in der Bundesrepublik neu gegründet werden. Es wurde 1952 durch das Internationale Komitee anerkannt und in die Liga der Rotkreuz-Gesellschaften aufgenommen. Bald darauf entstand auch in der DDR eine Nationale Rotkreuzgesellschaft, die 1954 vom IKRK anerkannt wurde.

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wurde 1990 das DRK der DDR in das DRK der Bundesrepublik integriert. 2001 erfolgte der Umzug von Bonn nach Berlin.